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CO2-Kompensation: Vertrauenswürdige Organisationen, Zertifikate und Klimaschutzprojekte

Eins ist klar: unser Lebensstil produziert Unmengen an schädlichen Stoffen, die die Umwelt belasten. Ein komplett emissionsfreies Leben wäre wünschenswert, ist aber leider nicht in allen Situationen umsetzbar. In den letzten Jahren sind immer mehr Unternehmen wie beispielsweise Atmosfair, Ecosia oder die Tomorrow Bank entstanden, die uns dabei helfen möchten, unsere Emissionen zu kompensieren, beziehungsweise unseren CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Aber wie funktioniert Kompensation überhaupt? Was sollte man dabei beachten? Was passiert eigentlich mit dem Geld, das man bei einer CO2-Kompensation, beispielsweise für einen Langstreckenflug, zahlt? Und was hat es mit der Kompensation von Plastik auf sich?

Welche Theorie steckt hinter der CO2-Kompensation?

Viele unserer alltäglichen Handlungen, wie Autofahren, Onlineshopping, Flugreisen, Busfahrten oder das Beheizen von Wohnräumen spiegeln nicht nur unseren Lifestyle wider, sondern führen auch unumgänglich zum Ausstoß von Emissionen. Diese wiederum belasten unser Klima. Deswegen haben sich einige Unternehmen darauf spezialisiert, uns Möglichkeiten zum Ausgleich dieser entstandenen Klimabelastung anzubieten. Die konkrete Idee dahinter ist, die Emission von Kohlendioxid, also CO2, oder anderen Treibhausgasen, die beispielsweise beim Fliegen, Shoppen, oder Heizen entstehen, an anderer Stelle auszugleichen. 

 

Was passiert mit dem Geld, das man bei einer Flug-Kompensation zahlt?

Eines der prominentesten Beispiele in Verbindung mit CO2-Kompensation ist wahrscheinlich der Ausgleich von Flugreisen. Aber was passiert eigentlich genau mit dem Geld, das man bei einer Kompensation zahlt? Es fließt in unterschiedliche Klimaschutzprojekte! All diese verschiedenen Aktivitäten können vier großen ‚Überzielen‘ zugeordnet werden:

  1. Energieprojekte, die erneuerbare Energien fördern oder zu mehr Energieeffizienz führen sollen.
  2. Projekte zur Reduzierung oder Einbindung von CO2
  3. Projekte zur Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung
  4. Weitere Emissionsminderungsprojekte

Die verschiedenen Projekte sollen die Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen, die durch unseren Lebensstil entstehen, an anderer Stelle ausgleichen. Wer seinen CO2-Fußabdruck ausgleichen möchte, erwirbt zunächst ein Zertifikat, mit dem dann ein konkretes Projekt finanziert wird. Einige dieser Projekte sind im globalen Süden angesiedelt. 

Beispielsweise richten Energieprojekte ihren Fokus auf die Förderung von sauberen, erneuerbaren Energien. So werden Haushalten, die vorher am offenen Feuer gekocht haben, Biogas-Öfen gestellt. Damit werden der CO2-Ausstoß und das gesundheitliche Risiko, welche beim Verbrennen von Holz oder anderen Materialen entstehen, verringert. Zusätzlich wird der Abholzung von Wäldern entgegengewirkt. Das Anpflanzen von Mischwäldern dient der Reduzierung bzw. der Einbindung von CO2. Übrigens gibt es nicht nur Aufforstungsprojekte – auch Moore haben eine tragende Rolle im Klimaschutz und müssen daher geschützt werden. Sie binden doppelt so viel Kohlenstoff wie in Wäldern weltweit enthalten ist! Außerdem gibt es Projekte, die speziell das Müll- bzw. Plastikproblem angehen.
Wichtig ist noch zu wissen, dass die beschriebenen Kompensationsprojekte gar nicht erst ohne Erlöse aus Zertifikaten durchgeführt werden können. 

 

Schritt für Schritt zum CO2-Ausgleich: Das musst du beachten

  1. Emissionen berechnen:
    Zuallererst sind Emissionsrechner ein hilfreiches Tool: Damit könnt ihr innerhalb weniger Minuten einen Schnellcheck eures Lebensstils durchführen und ein Bewusstsein für eure persönliche CO2-Bilanz entwickeln. Hier haben wir euch einen möglichen Rechner verlinkt. Achtet bei den Rechnern darauf, dass die Berechnungsgrundlagen transparent aufgeschlüsselt werden.
  2. Einen vertrauenswürdigen und transparenten Projektanbieter finden:
    Wir erinnern uns: Projektanbieter verkaufen Zertifikate, mit denen Klimaschutzprojekte finanziert werden. Bei der Wahl eines solchen Anbieters solltet ihr unbedingt darauf achten, dass dieser von einer unabhängigen Organisation geprüft wurde und die nötigen Qualitätsstandards erfüllt. Auf diese fünf internationalen Standards könnt ihr achten: Clean Development Mechanism (CDM), Verified Carbon Standard, Plan Vivo, der Gold Standard und ISO 14064.
    Neben dieser Standards könnt ihr natürlich zusätzlich überlegen, welche Projekte zum Umweltschutz euch persönlich ansprechen, also ob ihr zum Beispiel lieber in ein Aufforstungsprojekt investieren wollt, oder in die Förderung erneuerbarer Energien.
  3. Eigenes Handeln hinterfragen und Wissen teilen:
    Kompensation befreit uns nicht von der Verantwortung, die wir für unsere Emissionen tragen. Überlegt euch lieber, ob ihr eine bestimmte Handlung nicht auch ganz vermeiden könnt. Erzählt gerne euren Bekannten und Freund*innen von eurem neuen Wissen zur Kompensation. Denn je mehr Menschen mitmachen, desto größer ist die Auswirkung!

 

Plastik-Kompensation beim Einkauf in unserem Shop: Unser neues Pilotprojekt mit Circulate

Wir achten in unserem Unperfektshop natürlich in allen Bereichen, soweit es uns möglich ist, auf die Vermeidung von Plastik. Und dennoch gibt es in unserem Shop Produkte, die in Plastik verpackt sind, oder zum Teil daraus bestehen. Das Startup Circulate hat dem weltweiten Plastikproblem den Kampf angesagt und entwickelt seit dem letzten Jahr die Möglichkeit, den eigenen Plastikverbrauch zu kompensieren. Christian, einer der Gründer von Circulate, hat sich im Dezember 2020 bei uns gemeldet und gefragt, ob wir das Startup bei einem Pilotprojekt unterstützen möchten.

Wie genau funktioniert dieses Projekt? Kaufen wir hier in Deutschland Produkte ein, die Plastik beinhalten, sorgt Circulate dafür, dass die gleiche Menge an Plastik im globalen Süden unter fairen Bedingungen wieder eingesammelt und recycelt wird. Christian erklärte uns, dass Circulate mit dem System von Plastik-Kompensation einen sogenannten „Triple Impact“ erreicht. Konkret meint er damit diese drei Auswirkungen:
1. Das Sammeln und recyceln von Plastikmüll reduziert die Umweltverschmutzung.
2. Es entstehen faire Arbeitsplätze im globalen Süden.
3. Plastik-Kompensation ist gut fürs Klima! Durch gesteigertes Recycling kann man richtig viel CO2 im Vergleich zur Neuproduktion von Plastik einsparen.

Christians Kollegin Vrinda lebt in Surat, im Nordwesten Indiens. Sie ist Mitgründerin von Circulate.

„Plastik-Recycling ist in Entwicklungsländern wie Indien, häufig sehr ungeregelt“, bedauert sie. „Es ist in den meisten Fällen mit der Ausbeutung derer verbunden, die gesellschaftlich benachteiligt werden. Aber es gibt Unternehmen, die faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen für die Arbeiter*innen anbieten.“

Circulate arbeitet mit einem dieser Unternehmen zusammen, nämlich mit dem Abfallwirtschaftsunternehmen Sahaas Zero Waste. Dieses ermöglicht indischen Waste Worker*innen ein sicheres Arbeitsumfeld, faire Löhne und somit bessere Lebensbedingungen. Saahas arbeitet schon seit acht Jahren in diesem Gewerbe und glaubt an einen ganzheitlichen Ansatz der Abfallwirtschaft. So werden Mensch, Natur und Technologie zusammengebracht, um einen positiven ökologischen und sozialen Einfluss zu erreichen. Um diese Bestrebungen umzusetzen, sind dort 50 Menschen fest angestellt.
60% der Arbeiter*innen sind Frauen. „Von euren Kompensations-Geldern werden 85% in die zukunftsorientierte Arbeit von Sahaas Zero Waste und ihren Arbeiter*innen fließen.“, versichert uns Vrinda.

Circulate hat noch viel größere Pläne und möchte weitere Projekte dieser Art anregen. Langfristig möchten sie eine riesige Datenbank anlegen, in der zu jedem Produkt die exakte enthaltene Menge an Plastik abgespeichert ist. Bis dahin muss aber erstmal das System der Plastik-Kompensation etabliert werden – und genau aus diesem Grund startete Mitte Februar 2021 ihr Pilotprojekt in Kooperation mit unserem Unperfektshop. Wir freuen uns riesig, dass diese Zusammenarbeit entstanden ist!

Wenn ihr in unserem Warenkorb angebt, dass ihr Karten und Sticker beigelegt haben möchtet, erhaltet ihr jetzt auch einen Flyer von Circulate. Auf dem Flyer ist ein QR Code gedruckt. Den könnt ihr einfach einscannen, um euren Plastikfußabdruck zu kompensieren. In unserem Circulate-Story-Highlight bei Instagram findet ihr noch mehr Infos?

Die mit den wirklich großen Fußabdrücken

Sowohl im Bezug auf Plastik, als auch auf Treibhausgas-Emissionen ist es zweifellos wichtig, dass jede*r von uns den eigenen Verbrauch so stark verringert – oder kompensiert – wie möglich. Damit sich die Situation aber wirklich entscheidend verbessert, müssen auch große Konzerne für das Plastik und die Emissionen, die sie in Umlauf bringen, in die Pflicht genommen werden. Bis sich diesbezüglich politisch mehr tut, können wir als Konsument*innen darauf achten, vor allem Unternehmen zu unterstützen, die transparent und verantwortungsvoll mit ihrem Fußabdruck umgehen.

Unser Fazit zum Thema CO2-Kompensation

Klimafreundliches Handeln sollte natürlich immer Vorrang vor der Kompensation haben. Ein konkretes Beispiel wäre also: Anstatt einen Inlandsflug zu kompensieren, besser mit der Bahn fahren. Manchmal lassen sich Plastik- und Treibhausgas-Emissionen aber leider nicht vermeiden. Teilweise fehlen auch noch Techniken und Systeme, die uns einen ganzheitlich nachhaltigen Lebensstil ermöglichen könnten. Bis dahin ist die Kompensation eine hilfreiche Möglichkeit, um den eigenen Fußabdruck zu verkleinern. Es wäre wünschenswert, wenn auch große Konzerne dieses Tool nutzen würden, damit für unseren Planeten eine möglichst positive Auswirkung entsteht.

 

Quellen und nützliche Links:

Ratgeber freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte vom Umwelt Bundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/freiwillige-co2-kompensation-durch

Website Circulate: https://circulate.global/de/circulate-startseite/

Emissionsrechner von myclimate: https://www.myclimate.org/de/kompensieren/

CO2-Schnellcheck vom Umwelt Bundesamt: https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

 

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