Tipps für weniger Müll und Verschwendung im Bad

Wir alle werfen jährlich im Durchschnitt 82 kg Lebensmittel weg. Den meisten von uns ist dieses Problem sehr wohl bewusst und es gibt mittlerweile viele Initiativen und Projekte, die dieser Verschwendung von Lebensmitteln den Kampf angesagt haben. Doch wie sieht es eigentlich mit den restlichen Produkten aus, die wir täglich verwenden, wie beispielsweise Kosmetikartikel? In den USA gibt es momentan einen regelrechten Hype um das Dumpster Diving von Beauty Produkten. Doch auch hier in Deutschland landen tonnenweise Kosmetikartikel im Müll. Was können wir also dagegen tun, um unser Badezimmer nachhaltiger zu gestalten? 

Trend aus den USA: Dumpster Diving von Beauty-Produkten

Spätestens nach dem jüngsten Skandal des schwedischen Moderiesen H&M, der ungetragene Kleidung einfach verbrennt, anstatt sie weiter zu verkaufen bzw. zu verwenden, ist uns allen klar, dass unserer Konsumgesellschaft ihre Beziehung zu Produkten dringend überdenken muss. Wenn wir uns die Situation bei Kosmetikartikel anschauen, sieht es auch nicht besser aus. Wer bei YouTube „Dumpster Diving Beauty Products“ eintippt, wird schnell auf Videos stoßen, in denen Vloggern in ihren Zimmern den kompletten Fußboden mit gesammelten Kosmetikprodukten aus der Tonne ausgelegt haben. Denn auch Kosmetikläden- und marken werfen tonnenweise teils noch unbenutzte Kosmetikartikel weg, weil diese vor dem Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen oder aus dem Sortiment genommen werden.

Tipps für dein nachhaltiges Badezimmer

Was können wir als Verbraucher als tun, um dieser Verschwendungswut entgegenzuwirken?

Tipp 1: „Repariere“ kaputte Kosmetikartikel anstatt sie wegzuwerfen

Dieser erste Tipp mag sich jetzt auf den ersten Blick merkwürdig anhören, ist aber durch aus ernst gemeint. Viele unserer Kosmetikartikel lassen sich durch ein paar Tricks weiterverwenden:

  • Eingetrockneter Nagellack: Gebe 1-2 Tropfen Nagellackentferner in deinen Nagellack und schüttle ihn danach kräftig. Danach ist der wieder flüssig und lässt sich auftragen. Um deinen Nagellack gar nicht erst austrocknen zu lassen, bewahre deinen Nagellack am besten im Kühlschrank aus.
  • Eingetrocknete Mascara: Das kennt wahrscheinlich jede von uns: Die Mascara ist eingetrocknet oder klumpig. Dagegen kannst du die Mascara ganz einfach einige Minuten in ein warmes Wasserbad legen. Danach ist die Mascara wieder flüssig.
  • Zerkrümeltes Puder, Lidschatten oder Rouge: Fülle die Reste einfach in eine kleine Schale und und zerstoße sie. Gib anschließend mithilfe einer Pipette hoch prozentigen Alkohol aus der Apotheke dazu und vermische alles, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist. Diese kannst du nun wieder in den ursprünglichen Behälter füllen.

 

Tipp 2: Haltbarkeit der Produkte

Genauso wie bei Lebensmitteln, besitzen viele Kosmetikprodukte ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schreibt dazu: „In der EU muss Kosmetik ein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen, wenn diese nicht länger als 30 Monate haltbar ist. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt aus, dass bei richtiger Lagerung das Produkt seine ursprüngliche Beschaffenheit und Funktion noch besitzt. In der Regel kann aber auch noch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums das Produkt ohne Gefahr verwendet werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Für Kosmetik mit einer längeren Haltbarkeit als 30 Monate gilt das nicht. Hier muss das Symbol eines geöffneten Cremetiegels aufgedruckt werden, bei dem die Verwendungsdauer nach der Öffnung steht: Das Symbol und die Angabe „12 M“ sagen z. B. aus, dass dieses Produkt nach der Öffnung für die erste Anwendung noch 12 Monaten lang gefahrlos angewendet werden kann. Je nach Produkt variiert die Angabe des Zeitraums.“

Es ist also ganz ähnlich wie bei Lebensmitteln: Bevor du ein Kosmetikprodukt wegwirfst, prüfe, ob sich die Bestandteile einer Creme oder eines Duschgels getrennt haben oder wenn der Inhalt nicht mehr gut riecht und optisch nicht einwandfrei ist, sollte das Mittel nicht mehr verwendet werden. Aber generell sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht, dass man das Produkt nach Ablaufen des Datums nicht mehr verwenden darf oder sollte.

 

 

Tipp 3: DIY Naturkosmetikprodukte

Am nachhaltigsten ist es natürlich, wenn du in deinem Badezimmer soweit wie möglich auf Naturkosmetikprodukte umsteigst und auf Kosmetikartikel mit Verpackung verzichtest. Das bedeutet natürlich nicht, dass du von heute auf morgen alle alten Kosmetikartikel entsorgen sollst. Das ist ein Prozess und wird nicht von heute auf morgen geschehen.

Wie einfach es ist, selbst Kosmetik herzustellen, zeigen dir hier meine drei Essential Naturkosmetikrezepte, die ich wirklich IMMER verwende:

  • Apfelessig Gesichtswasser

Zutaten: Wasser + Apfelessig (am besten in Bio-Qualität)

Für eine weiche Haut! Ich vermische den Apfelessig und das Wasser immer in einem Verhältnis 1:10. Also ein Teil Apfelessig und 10 Teile Wasser. Es macht aber nichts, wenn du ein bisschen mehr oder weniger Essig nimmst. Das Gesichtswasser wird dann morgens und abends mit einem Wattepad auf dem gereinigten Gesicht aufgetragen und muss danach nicht mehr abgewaschen werden. Das Gesichtswasser sollte nach ein paar Tagen aufgebraucht werden.

  • Deo ohne Aluminium

Zutaten: 80g Kokosöl + 80g Natron + ätherisches Öl nach Belieben

Mein absolutes Lieblingsrezept! Dazu schmilzt du zuerst das Kokosöl und gibst kurze Zeit später das Natron dazu. Nun rührst du beides ca. eine Minute lang und füllst die Masse in ein Glas. Danach kannst du noch ein wenig Duftöl hinzufügen und lässt die Masse in Ruhe auskühlen. Rühre dabei die Masse immer wieder um, damit sich das Natron und das Kokosöl gut vermischen. Das Deo hält in einem verschlossenen Gefäß bei mir gut ein paar Monate.

 

 

  • Gesichtsreinigung

Zutaten: 10 EL Haferflocken + Wasser oder Kokosöl

Ich habe lange nach einer geeigneten Gesichtsreinigung für meine eher trockene Haut gesucht und endlich eine gefunden. Zerkleinere dazu die Haferflocken in einem Mixer und vermische diese anschließend mit so viel Wasser oder flüssigem Kokosöl, dass ein nicht so feuchter Brei entsteht. Je nach Bedarf nimmst du dir etwas von der Masse und verteilst sie auf deinem Gesicht. Zum Schluss wäschst du die Masse wieder mit Wasser aus deinem Gesicht. Die Masse sollte einige Tage reichen und ist auch solange haltbar.

Too good to go – Die vegane Naturkosmetikmarke „Sisi and Joe“ aus Graz

Wie ein Unternehmen sinnvoll der Warenvernichtung entgegenwirkt, zeigt das österreichische Unternehmen Sisi and Joe. Das Unternehmen setzt mit ihrer „too good to go-Aktion“ ein Statement gegen sinnlose Warenvernichtung und wirbt gezielt für den Verkauf der Kosmetikprodukte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum von Ende Januar. Gerade weil das auch genau die Philosophie ist, die wir hier bei Mit Ecken und Kanten vertreten, haben wir uns zusammengetan und verkaufen die unperfekten Produkte auch hier im Onlineshop. Das Unternehmen hat alle Produkte vorher auch erneut im Labor testen lassen und wurden so in der Qualität der Produkte bestätigt.

Hier geht’s zu den unperfekten Produkten von Sisi and Joe!

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