Plastikfrei im Alltag – Bio-Baumwoll Einkaufsnetze von Greenderella

Geht nicht, gibt’s nicht – Ganz nach diesem Motto gründete Franziska Schleiter ihre Marke Greenderella, um allen Menschen ein plastikfreies Leben einfacher zu machen. So ist ihre Idee, Obst- und Gemüsebeutel aus Bio-Baumwolle zu verkaufen, entstanden. Im Interview erzählt sie uns, warum ein plastikfreies Leben oft gar nicht so schwierig ist und welche Tipps sie für Einsteiger hat.

 

1.  Franzi, erzähl uns doch mal, wie dein Projekt Greenderella überhaupt entstanden ist und du auf Idee kamst, Obst- und Gemüsenetze zu verkaufen?

 

Ich habe schon seit längerem einen Blog namens Greenderella, auf dem ich über verschiedenste nachhaltige Themen schreibe. Eines Tages sah ich die Doku „Plastic Planet“ und beschloss als Neujahrsvorsatz 2013 mal komplett auf Plastik zu verzichten. Das war zunächst gar nicht so leicht und ein Produkt was mir absolut fehlte, waren wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze – zu dem Zeitpunkt gab es hier nämlich tatsächlich noch keine Alternative. Da war die Idee geboren, ein solches Produkt auf den deutschen Markt zu bringen. Obwohl ich mit meinem Musikwissenschafts-Studium totale Quereinsteigerin war, stand die Mission im Vordergrund und so machte ich Greenderella zur Marke und fing an, meine eigenen Beutel zu verkaufen.

 

2. Wie und wo entstehen die Einkaufsnetze? Wie wichtig ist dir dabei eine faire und umweltfreundliche Herstellung?

 

Das war mir von Anfang an sehr wichtig, denn ich will voll und ganz hinter meinen Produkten stehen können. Die Beutel werden daher in einem kleinen indischen Betrieb aus GOTS zertifizierter Bio-Baumwolle gefertigt. Das Siegel versichert ebenfalls, dass die gesamte Produktionskette umwelttechnischen sowie sozialen Standards gerecht wird.

 

 

Um noch einen Beitrag zur Umweltverschmutzung zu leisten, gehen 5% meiner Beutel Erträge an das Ocean Cleanup Project, welches sich zur Aufgabe gemacht hat die Weltmeere von Plastik zu befreien.  

 

3. Wie kann ich so ein Einkaufsnetz denn im Alltag überhaupt einsetzen?

 

Man kann sie sowohl im Supermarkt als auch auf dem Markt für loses Obst und Gemüse nutzen. An der Kasse gibt es keine Probleme – ganz im Gegenteil, ich werde oft positiv darauf angesprochen! Und da die Beutel aus einem Netzstoff bestehen, kann man auch gut erkennen, was sich in ihnen befindet. Auch zum Lagern der Nahrungsmittel eignen sich die Beutel übrigens super.

 

 

4. Lebst du selbst auch einen Zero Waste Lebensstil und versuchst auf Plastik und Co. zu verzichten?

 

Seit ich damals anfing, meinen Neujahrsvorsatz umzusetzen, verzichte ich überwiegend auf Plastik und unnötigen Müll. Das klappt meistens super aber in manchen Phasen ist es etwas schwieriger, vor allem dann, wenn ich wenig Zeit habe. Aber wenn man erstmal Alternativen kennt, dann wird es immer leichter, Zero Waste im Alltag zu integrieren. Bei Lebensmitteln geht das am besten auf dem Wochenmarkt und in “Unverpackt Läden“.

 

Bei allem anderen bin ich z.B. ein großer Fan von Flohmärkten und allgemein davon, Dingen eine zweite Chance zu geben oder sie zu up-cyceln bevor sie auf dem Müll landen. Deshalb freue ich mich auch riesig mit dir und deinem Shop zu kooperieren. Ein großartiges Konzept!

 

5. Welche Vision verfolgst du mit Greenderella und hast du konkrete Pläne, wie du dein Unternehmen zukünftig weiterentwickeln willst?

 

Ich bin gerade dabei, mit meinem Freund eine neue Webpage zu gestalten, die es mir ermöglicht, alles unter einen Hut zu kriegen: den Blog, die Produkte und auch einen neuen Youtube Channel, den ich mit einer Freundin machen werde. Ich will mit Greenderella eine Plattform für alle schaffen, die an einem nachhaltigen Lebensstil interessiert sind. Und natürlich hoffe ich sehr, dass ich noch ganz viele Menschen dafür begeistern kann, auf Plastiktüten zu verzichten. Neue Produkte sind übrigens auch in Planung. Als kleines Unternehmen (was ich momentan noch alleine betreibe) dauert alles zwar seine Zeit, aber auch mit kleinen Schritten soll man ja angeblich ans Ziel kommen! 😉

 

6. Deine drei Tipps für Zero Waste-Anfänger!

 

Tip 1: Geh‘ es langsam an

Zero Waste kann anfangs ganz schön überwältigend sein, weil man plötzlich realisiert, wieviel Plastik einen wirklich umgibt. Du musst nicht gleich alles rausschmeissen und neu kaufen. Brauche die Dinge auf und ersetze sie Stück für Stück mit nachhaltigeren Alternativen. So hast du auch genug Zeit, dich in Ruhe umzuschauen und die für dich passenden Produkte zu finden.

 

Tip 2: Statte dich mit den Alltags-Basics aus

Vielleicht hast du sogar schon welche zuhause, dann ist es Zeit sie rauszukramen. Meine liebsten Basics sind u.a. wiederverwendbare Trinkflaschen, To-Go Becher, Einkaufsbeutel, Glasbehälter (Schraubgläser, Dosen etc.), Stoffservietten und -Wischlappen, Metall- oder Glasstrohhalm.

 

Tip 3: Konsumiere bewusst

Das wichtigste bei Zero Waste ist für mich ein Empfinden für die Produkte, die wir konsumieren, zu entwickeln. Welche Inhaltsstoffe hat es? Wer hat es produziert? Gibt es ökologischere Alternativen? Was passiert damit, wenn ich es wegschmeiße? Wenn wir das tun, treffen wir automatisch mit der Zeit nachhaltigere Entscheidungen. Es geht bei Zero Waste ja nicht darum, per se Plastik zu verteufeln und sich von allem zu „befreien“, sondern vielmehr darum, Resourcen zu sparen und die Welt nicht weiter zu verschmutzen. Da kann es sogar manchmal nachhaltiger sein, gebrauchte Plastik-Tupperdosen auf dem Flohmarkt zu kaufen, als etwas komplett neu Produziertes.

 

Franzis Obst- und Gemüsenetze findest du übrigens auch hier im Shop. Wenn du noch mehr über Franzi erfahren willst, dann schau doch mal auf ihren Social Media Kanälen Facebook und Instagram vorbei. 

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